Die 2017 Kortchnoi Zurich Chess Challenge begann mit einem vielversprechenden Paukenschlag: Ex-Weltmeister Viswanathan Anand opferte in der traditionellen Eröffnungs-Schaupartie gegen den Hauptsponsor Oleg Skvortsov zunächst eine Figur und einige Züge später sogar eine ganze Dame für gerade einmal zwei Bauern, doch obwohl es keinen forcierten Gewinn gab, war der Druck auf die weiße Stellung zu stark und eine einzige Ungenauigkeit des Russen genügte, um die Partie zugunsten des Nachziehenden zu entscheiden.

Oleg Skvortsov hatte sich auf die Partie offenbar gewissenhaft vorbereitet, denn er begann die Partie zielstrebig mit einer selten gespielten Nebenvariante der Italienischen Eröffnung, die auf den ersten Blick nachteilhaft für den Anziehenden aussah - Schwarz eroberte früh das Läuferpaar und überholte Weiß in der Entwicklung. Doch der Anziehende verfügte über starkes Gegenspiel, das sich v.a. auf den vorgepreschten Bauern g7 gründete. Um die Initiative zu behalten, opferte Anand eine Figur und erhielt dafür starken Druck und zwei verbundene Freibauern im Zentrum, doch zunächst schien es, als könne Skvortsov alle Drohungen abwehren. Doch der indische Ex-Weltmeister bewies unglaubliche Findigkeit und schlug mit gerade einmal 5 Minuten auf der Uhr zur Überraschung des Publikums mit der Dame auf g3. Am Ende der Abwicklung verfügte er gerade einmal zwei Bauern für seine Königin, doch alle verbliebenen Figuren waren auf den weißen König gerichtet.

Mit knapper werdender Bedenkzeit verpasste Skvortsov, der trotz seiner beruflichen Verpflchtungen immer noch einen scharfen und gefährlichen Stil pflegt, das korrekte 19.Dg7!, wonach der Anziehende noch in der Partie geblieben wäre. Statt dessen wählte er 19.Lg5?, das Anand ermöglichte, einen unparierbaren Angriff auf den weißen König zu inszenieren, so dass Skvortsov nur die Aufgabe blieb.

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